Januar 2026

#48 – was wir im Januar lesen


📲 Reddit für B2B: Neuer HubSpot-Guide ordnet den Hype ein

Reddit ist über zehn Jahre alt, erlebt aktuell aber einen deutlichen Bedeutungszuwachs. Einer der Hauptgründe: KI-Tools und KI-Suchen nutzen Reddit-Inhalte immer häufiger als Daten- und Antwortquelle. HubSpot hat dazu einen neuen Guide veröffentlicht, der sich explizit an B2B-Marken richtet.

Ein zentraler Punkt des Reports: B2B-Kaufentscheidungen sind heute stark suchgetrieben. Rund 70 % der Entscheidung sind bereits gefällt, bevor ein Vertriebskontakt entsteht. Gleichzeitig verändern Zero-Click-Searches in Google und KI-gestützte Suchsysteme die klassischen Findbarkeitslogiken massiv.

Reddit selbst steht erst in der zweiten Hälfte des Guides im Fokus. Dort geht es um:

  • organische Sichtbarkeit in Subreddits
  • den sinnvollen Einsatz von Reddit Ads
  • Do’s & Don’ts für Marken im Community-Umfeld

Ein solider Überblick mit hilfreichen Zusammenhängen, vor allem für B2B-Marken, die Reddit bislang ignoriert haben oder sich unsicher sind, wie ernst sie den Kanal nehmen sollten.

💼 LinkedIn veröffentlicht Infografik zu Thought Leader Ads

Thought Leader Ads gehören aktuell zu den spannendsten Paid-Formaten auf LinkedIn, weil sie bezahlte Reichweite mit dem Trust organischer Inhalte kombinieren. LinkedIn selbst liefert nun eine neue Infografik mit Best Practices.

Besonders interessant:

  • 1,7× höhere Klickrate
  • 1,6× höhere Engagement Rate
    im Vergleich zu klassischen LinkedIn Ads.

Die empfohlenen Erfolgsfaktoren:

  • zeitliche Nähe zu relevanten Ereignissen statt Perfektionismus
  • klarer Mehrwert für die Zielgruppe
  • persönliche Perspektive statt Markenfloskeln
  • Bild oder Video als Creative
  • Persönlichkeit zeigen
  • aktiv zum Dialog auffordern

Ein kleiner Stolperstein: In der Grafik wird empfohlen, Thought Leader zum Aktivieren des Creator Modes zu motivieren, dieser wurde allerdings bereits vor über einem Jahr abgeschafft.

Inhaltlich sind es im Kern die bekannten Best Practices für gute LinkedIn-Posts. Trotzdem hilfreich, weil LinkedIn damit klar signalisiert, wohin sich das Format strategisch entwickeln soll.

▶️ Google Ads verknüpft YouTube-Kanäle künftig automatisch

Ab dem 15. Februar 2026 werden Google-Ads-Konten automatisch mit zugehörigen YouTube-Kanälen verknüpft. Die Funktion gab es bereits zuvor, neu ist die automatische Aktivierung.

Nach der Verknüpfung stehen unter anderem folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Aufrufe: Zugriff auf organische Videoaufrufe (nicht nur Paid)
  • Datensegmente: Erstellung von Zielgruppen basierend auf bisherigen Interaktionen (ehemals Remarketing-Listen)
  • Interaktionen: Nutzung von Video-Interaktionen wie Abos als Conversion-Aktionen in Google Ads

Kein Gamechanger, aber ein weiterer Schritt Richtung stärker integrierter Google-Ökosysteme. Vor allem für Performance-Setups mit Video-Fokus lohnt sich ein genauer Blick auf die neuen Mess- und Targeting-Optionen.

🤖 Werbung in ChatGPT: OpenAI öffnet die Tür für Ads

Lange Zeit hat sich OpenAI klar gegen Werbung positioniert. Nun ist offiziell: Werbeanzeigen in ChatGPT kommen. Vorerst als Test, beschränkt auf kostenlose Accounts in den USA.

Die strategische Logik dahinter ist offensichtlich: ChatGPT verfügt über enorme Mengen an Nutzungs- und Kontextdaten und könnte in vielen Fällen ein tieferes Kundenverständnis haben als klassische Plattformen wie Meta oder Google. Die geplante Werbung in ChatGPT soll nach Impressionen und nicht nach Klicks abgerechnet werden, was wohl daran liegen dürfte, dass die Zahl der Klicks in ChatGPT vergleichsweise gering ist. Das Potenzial für präzises Targeting ist entsprechend hoch.

Kurzfristig noch kein operatives Thema für europäische Werbetreibende. Mittelfristig aber sehr relevant und gut möglich, dass ChatGPT künftig als eigener Touchpoint in Mediaplänen und Werbestrategien mitgedacht werden muss.

🍎 Apple setzt künftig auf Google Gemini für Siri & Apple Intelligence

Jetzt ist es offiziell: Apple lizenziert Google Gemini als KI-Grundlage für Siri und die Apple Intelligence Suite. Damit verabschiedet sich Apple (vorerst) von den eigenen grossen Sprachmodellen und setzt auf eine massgeschneiderte Gemini-Version.

Die wichtigsten Eckpunkte des Deals:

  • Apple ersetzt die eigenen 150-Mrd.-Parameter-Modelle durch eine angepasste Gemini-Version mit rund 1,2 Billionen Parametern.
  • Die jährliche Lizenzgebühr liegt bei rund 1 Mrd. USD – ein vergleichsweise kleiner Betrag im Kontext der 25–30 Mrd. USD, die Google jährlich an Apple zahlt, um Standard-Suchmaschine in Safari zu bleiben.
  • Die KI-Modelle stammen von Google, die Datenhoheit bleibt jedoch bei Apple. Gemini läuft innerhalb von Apples Private Cloud Compute (PCC) sowie direkt auf den Endgeräten.

Der strategische Druck bei Apple ist hoch: Erstmals seit rund 20 Jahren sind die Suchanfragen in Safari rückläufig. Nutzer wollen Antworten, keine Linklisten. Mit Gemini wird Siri von einer einfachen Sprachschnittstelle zu einer Logik- und Orchestrierungsebene, die komplexe Aufgaben, Planungen und Zusammenfassungen übernehmen kann.